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LHF 20/12 DLS (Typ MAN, Baujahr 2020) — LHF 6210/1

LHF 20/12 DLS der FF Kaulsdorf bei Nacht vor der Feuerwache

Das Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug 20/12 DLS steht auf dem MAN TGM 15.290-Fahrgestell und stammt aus einer Großbeschaffungsserie der Berliner Feuerwehr mit insgesamt 71 baugleichen Fahrzeugen. Der 290 PS starke Motor erfüllt durch AdBlue die Abgasnorm Euro 6; der 14-Tonner erreicht dank teilautomatisiertem Schaltgetriebe mit „Feuerwehrschaltung" eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. Zur Sicherheit tragen Spurhalte- und Notbremsassistent, Rangierscheinwerfer und Rückfahrkamera bei.

Der Mannschaftsraum wurde für diese Fahrzeugserie neu konzipiert: verbesserte PSA-Unterbringung, Atemschutzgeräte für Angriffs- und Wassertrupp direkt in der Kabine, Klimaanlage sowie der „Action Tower" für Rettungsdienstrucksack, Defibrillator und persönliche Gegenstände. Die Sicherung erfolgt über Zentralverriegelung.

Die Feuerlöschkreiselpumpe liefert 2.000 Liter Löschwasser pro Minute bei 10 bar Druck. Eine Druckluftschaumanlage (daher der Namenszusatz „DLS") sowie die Zumischanlage DIGIMATIC für Normalschaum sind ebenfalls an Bord. Der Löschwassertank fasst 1.200 Liter, der Schaummitteltank 100 Liter. Für die schnelle Wasserabgabe steht ein C-Rollschlauch mit Strahlrohr bereit; B-Druckschläuche sind auf einer fahrbaren Ein-Mann-Haspel und in zwei Schlauchtragekörben verlastet.

Ein Highlight der technischen Hilfeleistung ist der akkubetriebene hydraulische Rettungssatz mit 700 bar Arbeitsdruck. Bei kritischem Batterieladezustand schaltet sich automatisch ein Generator zu. Über einen entnehmbaren Tablet-PC kann der Fahrzeugführer schnell Einsatzinformationen abrufen; ein „Hygieneboard" mit Grobreinigungsset, Wasserfilter und Druckluftpistole sorgt für die Geräte-Hygiene direkt am Fahrzeug.

LHF 10/5 (Typ Mercedes-Benz, Baujahr 2011) — LHF-K 6210/2

LHF 10/5 der FF Kaulsdorf vor der Feuerwache

Das Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug Klein (LHF-K) stammt aus der „Compactline"-Baureihe auf dem Mercedes-Vario-Fahrgestell (MB Vario 818D 4x2). Diese Fahrzeuge wurden nur in begrenzter Stückzahl beschafft und sind vor allem für Freiwillige Feuerwehren vorgesehen, deren Fahrzeughalle aus baulichen Gründen kein größeres Fahrzeug aufnehmen kann — wie es bei der niedrigen Deckenhöhe in Kaulsdorf der Fall ist.

Trotz kompakter Maße und einem zulässigen Gesamtgewicht von nur 7.490 kg muss im Vergleich zum früher „standardmäßigen" LHF 16/12 kaum auf Beladung verzichtet werden. Wegen des kleineren Wassertanks und der fehlenden Schiebleiter gilt das Fahrzeug jedoch als einsatztaktisch niederwertiger als sein „großer Bruder".

Eine Besonderheit: Die Geräteräume verfügen beidseitig über elektrisch betriebene Lamellenverschlüsse. Zur Beladung zählen ein hydraulischer Kombispreizer, Stromerzeuger, Kettensäge, vier Atemschutzgeräte, ein Sprungpolster (alternativ ein Schlauchboot) und eine elektrische Tauchpumpe, dazu die typischen Einsatzkoffer der Berliner Feuerwehr, ein Notfallrucksack und ein Defibrillator.

Die Kabine bietet Platz für eine taktische Staffel (6 Personen), zwei Sitzplätze sind bereits mit Pressluftatmern ausgestattet. Der Löschwasserbehälter fasst 500 Liter Wasser, dazu kommen 60 Liter Schaummittelkonzentrat. Als Pumpe dient eine mobile Tragkraftspritze TS 10/1000, die innerhalb von Sekunden über einen elektrischen Lift entnommen werden kann. Der hydraulische Rettungssatz besteht aus einem Aggregat mit integriertem Stromerzeuger, Kombispreizer und Rettungszylinder.

MTF-1 (Typ Ford, Baujahr 2020) — MTF.1 6210/1

MTF-1 der FF Kaulsdorf vor der Feuerwache

Das Mannschaftstransportfahrzeug wurde durch den Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Berlin-Kaulsdorf e.V. finanziert und steht auf der Basis eines Ford Transit aus dem Jahr 2020. Der Ausbau zum Feuerwehrfahrzeug erfolgte durch die Fachfirma Martin Schäfer GmbH; entsprechend dem Corporate Design der Berliner Feuerwehr trägt das Fahrzeug den ikonischen Viertelbogen. Es bietet 8 Sitzplätze sowie eine abgetrennte Ladezone im Heckbereich.

Ehemalige Fahrzeuge

LHF 16/12 (Typ MAN, Baujahr 1998) — LHF 6210/1

Das LHF von MAN auf Rosenbauer-Fahrgestell war über viele Jahre Standard bei den Einsatzfahrzeugen der Berliner Feuerwehr — praktisch jede Feuerwache verfügte über mindestens ein solches Fahrzeug. Als „City"-LHF bekannt, wurde es wegen seiner kompakten Bauweise (etwa 7,70 m Länge, 2,30 m Breite) für eine bessere Wendigkeit im Großstadtverkehr beschafft.

Zur Brandbekämpfung stand ein 1.200-Liter-Löschwassertank zur Verfügung; die Feuerlöschkreiselpumpe FP 16/8 lieferte 1.600 Liter pro Minute bei 8 bar Nennförderdruck. Für Schaumeinsätze waren ein Turbozumischer und ein 100-Liter-Tank Schaummittelkonzentrat verbaut. Eine Schlauchhaspel am Heck erleichterte den Aufbau der Wasserversorgung, und mit dem Schnellangriff (60 m formstabiler Druckschlauch) ließen sich Entstehungsbrände schnell bekämpfen. Ein Drucklüfter ermöglichte die Entrauchung von Gebäuden.

Für technische Hilfeleistungen standen ein hydraulisches Kombigerät (Schere und Spreizer), Stromerzeuger, Flutlichtstrahler, Tauchpumpe, diverse Werkzeugkisten sowie Motorkettensäge und Motortrennschleifer zur Verfügung. Für „First-Responder"-Einsätze gemeinsam mit dem Rettungstransportwagen waren Notfallrucksack und Defibrillator an Bord.

Zuvor war außerdem ein LHF 16/12 (Baujahr 1995) sowie ein LF16-TS (Typ Mercedes-Benz, Baujahr 1985) im Dienst der FF Kaulsdorf.